Presse

Niviaq Korneliussen: „Nuuk #ohne Filter“
(Aus dem Dänischen übersetzt von Giannina Spinty-Mossin und Katja Langmaier)
Von Isabel Lerch
L-MAG, März 2017

Jung und queer in Grönland

 

Fünf Schicksale, klug verwoben zu einer Geschichte in ,,Nuuk: #OhneFilter“

Fia hat genug. Von ihrer langweiligen Beziehung und von Männern. Nach der Trennung von ihrem Freund stürzt sie sich voller Neugier ins Leben. Als sie die bildhübsche Sara trifft, frisst die Lust sie fast auf. Ihr Bruder Inuk entflieht unterdessen der geistigen Enge Grönlands und taucht in Dänemark ab. Er versucht verzweifelt, seine grönländische Herkunft hinter sich zu lassen und seine eigene Homosexualität zu verdrängen. Seine gute Freundin Arnaq hingegen steht offen zu ihrer Bisexualität. Allerdings nicht zu ihrer Alkoholsucht.
Dann wäre da noch Ivik. Sie fühlte sich zwar schon immer anders als die anderen, doch die Beziehung mit Sara gibt ihr Geborgenheit. Als es zwischen den beiden jedoch sexuell kriselt, fragt sich Ivik, wer sie wirklich ist. Unterdessen lernt Sara zufällig bei einer Party Fia kennen.


Das ist „Nuuk: #ohneFilter“ — ein klug verwobenes Werk aus fünf Episoden über fünf junge Menschen, die in einem verwirrenden Strudel aus Lust, Liebe, Alkohol und Sorgen versuchen, sich selbst zu finden. Geschickt verbindet die grönländische Autorin Niviaq Korneliussen ihre Schicksale zu einem Porträt von queer Jugendlichen, die nicht den Normen entsprechen.
Sie schreibt dabei so ehrlich, frech, direkt und schnell, dass einem schwindelig werden kann. Der Autorin gelingt literarisch, womit ihre Heldinnen und Helden zu kämpfen haben: Sie bricht hemmungslos und genussvoll mit Konventionen. Und zeigt das rohe, junge Leben in der grönländische Hauptstadt Nuuk. Ganz ohne Filter. Das macht ihr Debüt so außergewöhnlich und lesenswert.

Isabel Lerch

 

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